Kennt ihr das Kinderlied?
Wir haben das im Kindergarten gelernt. Über ein halbes Jahrhundert ist´s her 🫣, als man solche Texte noch gelernt hat. Das Lied stammt aus einer Zeit, als die Kinder noch nicht mit Geschenken überhäuft wurden, sondern das Vorhandene aufgebessert und vielleicht ergänzt wurde. Das war dann das Weihnacht-, Oster oder Geburtstagsgeschenk und damals haben sich die Kinder auch über so etwas gefreut, weil´s einfach nicht mehr gab.
Hier der Liedtext:
So viel Heimlichkeit
So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit! Meine Puppen sind verschwunden, hab nicht mal den Bär gefunden. So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit!
So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit! Hansels Eisenbahn ist weg, steht nicht mehr am alten Fleck. So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit!
So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit! In der Küche riecht es lecker, ähnlich wie beim Zuckerbäcker. So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit in der Weihnachtszeit.
Quelle, 11.03.2026, 9:00 Uhr
Gut, das Lied handelt von der Weihnachtszeit, nicht von Ostern, aber das Prinzip ist das Gleiche. Nützliches schenken, nicht schenken um des Schenken willen. Nicht besser zu viel, als zu wenig. Es soll von Herzen kommen.
Mir ist das Lied eingefallen, als ich ein paar Sachen repariert und ergänzt habe, was ich dann der Besitzerin zu Ostern zurück gegeben habe.
Wir hatten vor Jahren ausgemacht, dass wir uns keine Pflichtgeschenke, Stehrümchen oder ähnlichen Ballast schenken, aber so etwas hier schenke ich sehr gern.
Diese Socken hatte ich mal gestrickt. In einen hat die Waschmaschine wohl ein Loch reingebissen. 🤨
Ich hatte noch einen Rest von der Wolle. Der Farbverlauf passt nicht ganz, aber der Socken wird trotzdem warm halten. 😉



Diese Bettwäsche ist eigentlich eine sehr gute Qualität: ein stabiler Baumwoll-stoff und sogar kochfest, aber, es ist eine Hotel-Ausführung. Das heißt, sie hat weder Knöpfe noch einen Reißverschluss. Das mag zwar im Hotel gut sein, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Betten beziehen zu können, im Alltag ist das aber eher untauglich.

Weil ich hier im Ort so etwas nicht mehr bekomme, habe ich ein paar Wäscheknöpfe übers Internet bestellt, …

… die Bettwäsche etwas umgearbeitet und mit Knopflöchern und Knöpfen versehen. Nun wird sie wohl besser funktionieren.

Damit es nett aussieht, kam noch eine Packung glutenfreie Waffeln und eine Osterkarte mit einem lieben Gruß oben drauf und ein Schleifchen drum.

Das war dann also (m)ein Ostergeschenk 2026. 🐰🙂
Aus meiner Kindheit kenne ich auch noch, eine neue Tapete für die Puppenstube oder eine neues Kleid für die Puppe zum Weihnachtsfest. Heute sehe ich es so, selbst gemachtes heißt ein Geschenk von Zeit, des kostbarsten Gutes, das wir haben.
Hallo Walburga,
du hast Recht. Zeit ist wirklich kostbar. Das wird je deutlicher, desto älter man wird.
Schönes Wochenende!
Sibylle
Ein schöner Beitrag. Das Lied kannte ich nicht, aber mir fiel mein Opa ein. Bei den Großeltern haben mein Bruder und ich lange Wochen in den Ferien verbracht. Mein Opa hat uns sehr gern aus seinem Leben erzählt, was ich immer total spannend fand. Mein Opa wurde vor dem 1. Weltkrieg geboren, hatte noch einen älteren Bruder, sein Vater starb während des Kriegs. Seine Mutter hatte buchstäblich kein Geld, und so gab es zu Weihnachten auch kein neues Spielzeug, Stattdessen lagen die Strümpfe, frisch gestopft, unterm Baum. Oder die Mundharmonika, gereinigt und poliert. Obwohl ich wahrhaftig nicht in Reichtum aufgewachsen bin (nett formuliert), war das für mich als Kind unvorstellbar, denn natürlich gab es für meinen Bruder und mich Geschenke.
Die Stopferei ist dir gut gelungen! Mein Mann hat bestimmt 30, 40 Paar selbstgestrickte Strümpfe, teils mehr als 25 Jahre alt. Die sind nahezu unkaputtbar, aber eben nur fast. Die beiden Sockenstrickerinnen der Familie, meine Großmutter und meine Mutter, sind nun beide tot und können nichts mehr reparieren. Tja, da muss mein Mann das Stopfen lernen, ich breche mir ja schon die Finger, wenn ich einen Knopf annähen soll 😅.
Oh je. Petra. Es wäre schade um deine Finger.
Dann hast du ganz bestimmt andere Talente. 😉
Liebe Grüße, Sibylle
Guten Morgen
oh, ich hätte mich sehr gefreut über diese Geschenke.
Toll hast du die Socke geflickt. Gerade bei selbst gestrickten macht das echt Sinn. ich habe hier welche zu Hause, da habe ich jetzt endlich im Internet das passende blau gefunden. Da ist die Lauffläche so dünn geworden, das ich alles einmal durchstopfen/durchweben werde.
Ich wusste gar nicht, das es diese Wäscheknöpfe noch gibt.
Du kannst bei Instandsetzen einfach immer zaubern.
Hab noch einen schönen Tag.
Liebe Grüße aus dem heute früh kaltem Portugal, nur 9,5 Grad. Vor 3 Tagen hatte ich am frühen Nachmittag schon 26 Grad
Marina
Hallo Maria,
diese stoffbezogenen Knöpfe sind besser als die glatten Plastikknöpfe, weil sie nicht aus ihrem Knopfloch rutschen. Ja, sie gibt es noch, aber wie geschrieben nur noch übers Internet, weil die kleinen Handarbeitsgeschäfte so langsam aussterben.
Bei uns sine die Nächte auch noch kalt. Ich bin froh, wenn es über 0°C bleibt, weil die Obstbäume blühen.
Liebe Grüße, Sibylle!
Das „Löcher stopfen“ ist ein unbezahlbares Geschenk! Das weiß ich vor allem, weil der Selbstversuch so grandios gescheitert ist. Solche kleinen Dienstleistungen sind viel mehr wert, als alles, was man in den Läden so an „kleinen Aufmerksamkeiten“ kaufen kann.
Liebe Grüße!
„kleinen Aufmerksamkeiten“ sind wie andere Geschenke auch: Sie müssen passen, damit die Freude auslösen. Andernfalls sind sie eher „kleiner Ballast“
Liebe Grüße, Sibylle