Lass deine Hände machen was du kannst, dann kann dein Geist fliegen. **

Orangenmarmelade

Als wir neulich auswärts zum Frühstücken waren, hatte die Gastgeberin leckere Orangenmarmelade. Da fiel es mit wieder ein: Jetzt gibt es gerade noch Orangen zu kaufen und zur Zeit überschlägt sich der Handel mit günstigen Angeboten. Das will ich noch nutzen!

Dieses Mal habe ich – was ich schon lange selbst probieren wollte – die Marmelade nicht mit 0-8-15 Gelierzucker gekocht, sondern Pektin verwendet und den Zucker selbst dosiert. So kannte ich es noch von meiner Mutter, die heute die wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würde. Ich kann mich noch erinnern, dass Marmelade auch mal nicht fest geworden ist. Woran das lag, weiß ich allerdings nicht.
Auch wenn es sehr bequem ist: Ich mag diesen Einheitsgeschmack von Gelierzucker nicht wirklich, weil er sich, egal aus welchen Früchten/Beeren man Marmelade kocht, wie ein Film über den eigentlich individuellen Fruchtgeschmack legt. Es ist diese Mischung aus krachsauer (Zitronensäure) und bappsüß (Zucker).

Für diese Marmelade hatte ich also Pektin gekauft, weil im Orangensaft nicht viel Pektin enthalten ist. Leider gab es hier im örtlichen Handel nur Pektin, das mit Zitronen- und Sorbinsäure versetzt wurde. Die Säuren sind hierbei nicht so hoch dosiert, wie bei Gelierzucker. Langfristig möchte ich mir aber reines Pektin besorgen und die Säure nur dann zugeben, wenn es für die Konservierung notwendig ist, also wenn der ph-Wert der Früchte nicht unter 4,6 liegt. (Ja, man kann Pektin auch selbst herstellen, aber eins nach dem anderen.😉)
Den Zuckergehalt konnte ich nun frei bestimmen. Also habe ich ihn abgeschmeckt und habe dieses vom Hausherrn „absegnen“ lassen. 😀

Also nun mein Rezept:

  • 2800 g Orangen
  • 225 g Zucker
  • 200 ml Wasser
  • 37 g Pektin-, Zitronen-, Sorbinsäuremischung

Die Zubereitung

  • Orangen schälen, in Stücke schneiden und in einen großen Topf geben. Ich hätte die Orangen auch auspressen können, aber ich wollte den feinen bitteren Geschmack haben, den die Häutchen der Orangen abgeben.
  • Das Wasser zugeben, damit nichts anbrennt und bei geschlossenem Deckel ca. 5 Minuten kochen.
  • Mit einem Mixstab die Stücke pürieren und anschließend durch ein grobes Sieb passieren, damit die Fruchthäute entfernt werden. So erhält man einen einen Fruchtsaft mit feinem Fruchtfleisch.
  • Zucker und Pektin abwiegen und trocken vermischen.
  • Zucker-Pektinmischung in den Fruchtsaft rühren.
  • Fruchtsaft mindestens 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
  • Die Marmelade ist fertig, wenn der Fruchtsaft ausreichend geliert ist. Um das festzustellen, macht man die Gelierprobe.
    Gelierprobe: Man gibt einen Tropfen heißer Marmelade auf einen Teller und hält den Teller senkrecht. Wenn die Marmelade beim Herunterlaufen stoppt, geliert sie beim Abkühlen genug, um später nicht vom Brot zu laufen.
  • Die heiße Marmelade kann man in vorher sterilisierte Gläser füllen, oder ganz in Ruhe in Gläser mit Glasdeckel und Dichtungsring geben und anschließend noch mal kurz einkochen.
    Ich bevorzuge letzteres, weil ich mit den Schraub-Blechdeckeln immer wieder Probleme haben. Nach mehrmaligem Gebrauch werden die undicht. Mit heißer Marmelade die Finger zu verbrühen ist kein angenehmes Gefühl.

Insgesamt habe ich 1325 g Marmelade abgefüllt.

Die Kosten

Erst dachte ich, dass das die teuerste Marmelade war, die ich je gekocht habe, aber nach dem Rechnen hat sich das dann doch relativiert:

3,07 € pro kg sind in Ordnung, finde ich. 🙂

… und was ist mit den Resten?

Die Schalen

Nur bei Bio-Orangen, weil die konventionellen zu viele Schadstoffe auf der Schale haben:
Die Schale habe ich mit Öl übergossen. Das wird Orangenseife mit 1% Überfettung zum Putzen.

Ausgesiebte Reste von Fruchtfleisch

Die Fruchtfleischreste habe ich ebenfalls eingekocht. Die haben ein wunderbar herbes Aroma und eignen sich, fein püriert, als Zutat z.B. für Rührkuchen.

9 Kommentare

  1. Alexandra

    Hallo, ich esse zwar keine Marmelade, stelle aber immer wieder fest, wie hübsch ich dieses spezielle Weckglas finde. 🙂 Ich hab die auch und darin kleine Portionen „apple butter“, von der ich mir morgens 2 TL zusammen mit yoghurt unters Müsli rühre. lg alexandra

  2. Chris

    Pektin selber machen: unreife Äpfel, die vom Baum gefallen sind, waschen, über eine feine Reibe raffeln und trocknen. Bis zum Verbrauch in Gläsern oder Butterbrotbeuteln aufbewahren. So mach ich das.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Chris,
      danke für deine Anleitung. Geht auch mit Quitten. 😉
      Leider habe ich nur 2 Hände und für jeden Tag 24 zugeteilt bekommen. Darum muss ich mir ab und zu mal helfen lassen. 😊
      Liebe Grüße, Sibylle

  3. Domics Pinnwand

    Oh, das hört sich aber sehr interessant an! Das probiere ich vielleicht auch mal. Der Gatte isst sehr gern Orangenmarmelade, wir kaufen die aber fast nie. Vielleicht kaufe ich nächstes Wochenende mal einen Beutel und probiere das mal aus. Allerdings wohl eher mit „normalem“ Gelierzucker, ich hab nicht so einen feinen Gaumen und schmecke da nix raus.
    Danke für die Inspiration!

    • miteigenenhaenden

      Gern doch!
      Mit Gelierzucker geht´s einfacher und funktioniert (fast) immer.
      Liebe Grüße, Sibylle

  4. Queen All

    Ich esse einfach zu wenig Marmelade, als dass sich so eine Aktion lohnen würde. Also hab ich mir ein Glas Orangenmarmelade aus dem Supermarkt gegönnt, dass nun schon seit mind. drei Monaten hier steht. Zum Glück hält das süße Zeug lange. Und das ist die Gekaufte im vergleich zur Selbstgemachten – zuckersüß 😖.

    • miteigenenhaenden

      Naja, das hält sich ja ne Weile. 😉
      Wenn das so übertrieben süß schmeckt, schau mal auf die Zutatenliste: Ich habe neulich im Laden ein Glas Marmelade in der Hand gehabt, das Glukose-Fruktose-Sirup mit drin hatte. Vielleicht liegt es ja da dran. (Zucker ist scheinbar zu teuer.🙄)

  5. Petra

    Das sieht ja wirklich lecker aus! Der Hildesheimer und ich essen selten Marmelade, ihm ist das immer zuviel Zucker. Aber Orangenmarmelade darf ja eher herb schmecken. Ich hatte vor Weihnachten aus den Bio-Orangen der Solawi Marmelade gekocht (mit Gelierzucker und einem Schuss Alkohol 😄), in hübsche Gläser abgefüllt und zu Weihnachten verschenkt. Kam gut an, meine Schwägerin hatte schon Nachschub geordert. Ich dachte übrigens erst, dass sie nichts geworden ist, weil sie ziemlich flüssig in den Gläsern war. Aber nach 1, 2 Tagen wurde sie dann richtig fest.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Petra,
      ja mit Alkohol ist auch ne Variante. 😀
      Liebe Grüße, Sibylle

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