Mir geht es gegen den Strich, Obst und Gemüse zu kaufen, wenn es hier keine Saison hat, von weit her geflogen oder gefahren werden muss, oder es mit viel Energie in Gewächshaus gezogen wird, nur damit man hier in Deutschland im Januar z.B. Erdbeeren und Gurken essen kann.
Ich denke, alles hat seine Saison. Dann schmeckt es und man freut sich drauf.
Wenn man nicht drauf warten mag, konserviert die Ernte für die karge Zeit.

Da Gurken und Borretsch beim Einfrieren matschig werden, hab ich im letzten Jahr ausprobiert, ob man eine Zaziki-Einlage aus Borretsch, Gurken und Knoblauch trocknen kann und wie das Ergebnis nach dem Dehydrieren, also der späteren Verwendung im Quark, wird.
Das Ergebnis war wirklich sehr gut. Natürlich ist die Sommervariante mit frischen Zutaten besser, aber als Wintervariante ist das eine echte Alternative.

Im Garten habe ich Borretsch gesät. Der zieht Insekten magisch an, weshalb er bei mir auf dem Gemüsebeet, im Gewächshaus und zwischen den Tomaten steht.
Borretsch wird auch Gurkenkraut genannt, weil er (auch nach dem Trocknen) nach Gurken schmeckt.
Ich nutze Borretsch also als Insektenlockmittel und als Gewürzkraut.
Für Gurken ist jetzt zur Haupterntezeit. Es gibt verschiedene Sorten für einen guten Preis zu kaufen, also konserviere ich sie jetzt.
Im Garten habe ich in diesem Jahr keine. Die brauchen einfach zu viel Wasser, was ich in diesem heißen Dürrejahr nicht haben.
Für meine Zaziki-Einlage trockne ich also Borretsch und zwei Bauerngurken. (Diese Schlangengurken haben mir zu wenig Geschmack.)


Als ich Brombeeren und Brombeerblätter pflücken war, stand dort auch wieder wilder Knoblauch. Diese Stelle kenne ich schon von den letzten Jahren. Etwas davon habe ich mir mitgenommen und ebenfalls zum Trocknen vorbereitet.

Gurken bestehen aus über 90% Wasser. Sie „schrumpfen“ also extrem zusammen. Ich trockne das gewürfelte Fruchtfleisch getrennt von den zerkleinerten Schalen.
Bei 38°C Sommertemperatur und extrem trockener Luft dauert es zwei Tage bis alles durchgetrocknet ist.




Die zwei Gurken füllten nun nur noch 1 1/2 Eierbecher. Die Gurkenschale, den Borretsch und den Knoblauch, hab ich fein zu vermahlen. Das Gurkenfruchtfleisch hatte ich vor dem Trocknen fein gewürfelt. So wird es später nach der Dehydrierung wieder sein. Es wird also keine Gurkenwürfel im Zaziki geben. Die getrockneten Borretschblüten sind Deko.




Die Verwendung
Ich mache zum Pfannengyros eher einen zazikiähnlichen Kräuterquark. Dazu vermische ich Quark, etwas Olivenöl, 2-3 Teelöffel von meiner Borretsch-, Gurken-, Knoblauchmischung, Salz, Pfeffer und eine kleine! Prise Zucker.
Original Zaziki hat oft mehr als 10% Milchfett. Das sind gesättigte Fettsäuren, die nicht so gut für den Cholesterinspiegel sind. Ich verwende lieber Magerquark und Olivenöl, weswegen ich „zazikiähnlicher Kräuterquark“ schreibe. Olivenöl hat viele ungesättigte Fettsäuren, die gesünder sind und Olivenöl enthält Omega-3-Fettsäuren, die Milchfett nicht hat.


Das Ganze sollte nach dem Anrühren mindestens eine halbe Stunde stehen, damit die getrockneten Zutaten genügend Zeit zum Dehydrieren haben. Ich bereite den Quark meistens schon am Morgen vor, wenn es ihn zum Mittag geben soll.

Bei uns gibt es Vollkornreis zum Pfannengyros. Mein Rezept für Gyrosgewürz findet ihr hier

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