Seit ein paar Jahren nutze ich außer Gemüse, Obst, Beeren und Wurzeln auch einiges an Blättern bei unserer Selbstversorgung. Auch wenn es mal keine Früchte gibt, Blätter gibt es immer.
Kirschblätter haben nicht nur ein ein unglaubliches Aroma, man kann sie auch zur Konservierung und als Heilmittel einsetzen.
Die Ernte
Man erntet die Blätter am besten im Mai. Dann sind sie ausgewachsen, aber noch nicht zu lederig. Man verwendet nur Blätter, die keine Fraßspuren haben, keine Krankheitszeichen aufweisen und die optisch sauber sind.
Oft findet man in Grünanlagen oder Brachen wilde Kirschbäume. Die kann man genau so nutzen, wie Bäume aus dem Garten. Nur an der Hauptverkehrsstraße würde ich nicht unbedingt Blätter pflücken.
Konservierungsmöglichkeiten
Trocknen
Man legt sie ganz einfach flach, nebeneinander aus und lässt sie trocknen. Pralle Sonne sollte man meiden, damit das Aroma nicht verloren geht.

Wer im Backofen trocknen will, stellt ihn auf 60°C ein, lässt die Tür des Ofens einen Spalt offen und trocknet, bis die Blätter rascheln. Beachte, dass auch die Blattadern und Stiele trocken sind, sonst bildet sich später Schimmel.
Fermentieren
Das Aroma intensiviert sich, wenn man die Blätter fermentiert. (Auch Teeblätter werden fermentiert, damit sie zu Schwarztee werden.)
Fermentieren hört ich erst mal nach viel Arbeit an, ist es aber nicht.
- Die gewaschenen Blätter friere ich über Nacht (oder länger) ein.
Beim Einfrieren werden die Zellen der Blätter aufgesprengt, was die Vorbereitung zum Fermentieren wesentlich vereinfacht.

- Anschließend lasse ich die Blätter auftauen.

- Jetzt schichte ich diese Blätter sehr eng in ein Glas und decke dieses ab.


- Je nach Wetter/Temperatur dauert die Fermentation 12 bis 24 Stunden. In der Zeit intensiviert sich der Geruch. Es soll angenehm nach Kirsch riechen.
Anschließend schneide ich die Blätter klein und lasse sie trocknen.



Verwendung
- Fermentiert gebe sie in unsere Früchteteemischung.
- frische Blätter gebe ich
- gebe ich zu Gewürzgurken, damit sie knackig bleiben
- röste ich ganz kurz in einer trockenen Pfanne an. Sie geben ein Mandelaroma zum Beispiel an Getränke ab
- gebe ich in Kompottgläser, wenn die Früchte nicht genug Säure haben. Kirschblätter wirken antiseptisch und verhindern damit Schimmel in den Gläsern.
- getrocknete Blätter kann man als Tee gegen Magen-Darm-Verstimmung aufbrühen und trinken, wobei man nur eine geringe Menge Blätter benötigt. Höchstdosis pro Tag für Erwachsene bis zu 3–4 Blätter, für Kinder maximal 1–2 Blätter.
Nebenwirkungen
Die in den Blättern enthaltenen Tannine und Säuren können die Magenschleimhaut reizen. Besonders Menschen mit Gastritis, Magengeschwüren oder Magen-Darm-Unverträglichkeiten sollten vorsichtig sein.
Das finde ich auch richtig spannend und ich kann mir vorstellen, dass die Blätter ein tolles Aroma haben.
Wir verbrauchen gerade noch die letzten Kirschen vom letzten Jahr aus dem Tiefkühler. Mal sehen wie die Ernte dieses Jahr wird.
Hallo Katja,
bei uns war die Kirschernte besser, als in den Vorjahren. Ich drücke dir die Daumen, dass es auch bei euch gut ausfällt.
Liebe Grüße, Sibylle
Hallo, ich schließe mich Belinda an. Ich hatte mal gehört, dass man Brombeerblätter fermentieren kann (oder waren es HImbeerblätter?). Aber von Kirschblättern hatte ich noch nciht gehört. Woher weisst Du das alles eigentlich? Habt Ihr auch Kindern? Nutzen sie auch gerne Dein Erfahrungswissen? Ich finde, dass bei meiner Tochter auch so das ein oder andere, was ich mache, hängen geblieben ist. lg alexandra
Hallo Alexandra!
Brombeerblätter ernte ich auch noch. Dafür lasse ich mir aber noch etwas Zeit. Im Moment sind andere Sachen wichtiger. Es ist Erntezeit für Kirschen, Johannis- und Stachelbeeren, Himbeeren usw. Das hat jetzt Vorrang.
Hm, ich denke schon, dass ich einiges erfolgreich weitergeben habe. Kinder lernen von ihren Eltern und der Geschmack prägt sich schon viel früher, als man es bisher geglaubt hat und wer den Geschmack schätzt, lernt auch, was es braucht, um zu dem Ergebnis zu kommen.
Woher ich das alles weiß? Den Grundstein hat meine Oma gelegt. Leider ist sie sehr früh gestorben. Trotzdem hat sie mir sehr viel mitgegeben, einfach indem sie mich an ihrer Arbeit hat teilhaben lassen und mir immer erklärt hat, was sie warum machte.
Ich war schon immer ein „Draußenmensch“. Meine Umgebung kenne ich recht genau. Ich hatte früher und habe jetzt wieder das Privileg, die Natur vor der Haustür zu haben. Außerdem bin ich ein sehr neugieriger Mensch. 😉 Ich lese viel und lese auch Fremdsprachiges. So sammelt ich Wissen.
Ja, die einen sammeln Briefmarken, die anderen Beeren, Blätter, Wurzeln, Rinden, Harze… 😅
Liebe Grüße,
Sibylle
I didn’t realize you could do this with cherry leaves, how fascinating. The aroma sounds lovely.
Hello Belinda,
I believe this knowledge is part of what our ancestors knew but has now been almost forgotten. Yet, this knowledge is valuable.
Best regards, Sibylle