Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY

Hühnersuppe mit Fadennudeln und Brot und Pudding als Nachtisch für 1,32 € pro Portion

Rezept, Preisberechnung, Bezugsquellen der Zutaten und (m)eine persönliche Einschätzung zum Produkttest am Ende

Vorbemerkung:

Normalerweise kaufe ich, wie schon des Öfteren beschrieben, ganze Hühner, zerlege sie selbst und koche verschiedene Gerichte draus. Da ich aber ein neugieriger Mensch bin, habe ich für diese Suppe aber mal `Hühnerklein´ aus der Supermarkt-Tiefkühltruhe gekauft, um es einfach mal zu sehen, was und wie das ist . Das Ergebnis des Tests seht ihn unten.


Jetzt erst einmal zum Kochen:

1. Brühe kochen

für 3 Portionen fertige Suppe verwende ich

  • 500 g Hühnerknochen mit oder ohne Fleisch
  • 900 ml Wasser
  • knapp eine Suppenkelle voll Selleriestückchen
  • 1 große Möhre gewürfelt
  • 2 Möhren fein gerieben (gibt der Brühe eine schöne Farbe)
  • knapp eine Suppenkelle Lauch, klein geschnitten
  • ein paar grüne Erbsen
  • 1 Zwiebel, geschält und halbiert
  • 90 g Fadennudeln
  • Salz, etwas Liebstöckel, 2 Pimentkörner, 2 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt, etwas Pfeffer, (1 Teelöffel Tomatenmark)

Die Zubereitung:

Kaltes Wasser, Huhn, Zwiebel, Salz, Lorbeer, Wacholder, Piment in einen ausreichend großen Topf geben und aufkochen lassen. Das Ganze sollte einige Zeit bei geringer Hitze vor sich hinköcheln. Insgesamt braucht eine gute Brühe schon mindestens 2 Stunden im Schnellkochtopf. In einem normalen Topf eher 3 Stunden.
Ich teile die Kochzeit. Damit ich am Ende nicht völlig zerkochtes Fleisch habe, nehmen ich das Fleisch nach 20 Minuten im Schnellkochtopf raus. Wenn man im normalen Kochtopf kocht, würde ich es mit 30 bis 40 Minuten probieren.
(Nur) Die Knochen kochen ich dann ein weiteres Mal in der gleichen Brühe richtig aus.
Nach dem Kochen gebe ich alles durch ein feines Sieb.

Brühe koche ich übrigens meist abends, weil es so lange dauert. Die Brühe stört es nicht, wenn ich während der Kochzeit vorm Fernseher sitze. 😉

2. Suppe kochen

In die zuvor gekochte Brühe gebe ich das vorbereitete Suppengemüse, koche es 5 Minuten mit geschlossenem Deckel und lasse es anschließend 10 bis 15 Minuten bei ausgeschaltetem Herd nachziehen.


Die Nudeln koche ich mit etwa 250 ml Wasser und Salz weich, wobei ich das Wasser aus Energiespargründen im Wasserkocher erhitze.
Ich koche die Nudeln extra, weil bei uns ein Teil der Nudeln glutenfrei sein muss.

Wer mag, gibt nun das Fleisch zur Suppe und erwärmt es darin.

Nudeln gibt´s, wie geschrieben, bei uns direkt auf den Teller. Suppe zum Selbermischen sozusagen.

3. Pudding kochen

Die Zutaten

  • 500 ml Vollmilch
  • 10 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillinzucker (**)
  • 40 g Maisstärke

Die Zubereitung

Eine halbe Tasse Milch abnehmen, den Rest der Milch, Zucker und Vanillinzucker im Topf erwärmen. In der Zeit die Stärke der Milch in der Tasse verrühren.
Wenn die Flüssigkeit im Topf kocht (Herd aus und mit der Restwärme) unter Rühren das Milch-Stärke-Gemisch einrühren.
In Schüsseln abfüllen und abkühlen lassen. Fertig.
Wer die Haut auf Pudding nicht mag, deckt die Schüsseln ab.

(**) Statt Vanillinzucker verwende ich entweder meinen selbstgemachten Vanillezucker oder, wie in diesem Fall etwas getrocknete Holunderblüten.

Fertig ist das Essen. Bei uns gibt es Brot zur Suppe.


So sieht dann die To-Go-Variante für den Außendienst bei 5°C Nebelwetter aus: Suppe, Nudeln, Brot, Pudding, Tee und Tasse.

Das Mittagessen zum essen am Tisch.

4. Die Preisberechnung


5. (m)eine persönliche Einschätzung zu meinem Produkttest von Hühnerklein aus der Tiefkühltheke

Meine Vorstellung von `Hühnerklein´ war: Wenn vom Huhn alle „guten“ Teile wie Beine, Flügel, Brustfleisch, Herzen, Mägen und Nieren extra verkauft werden, bleibt am Ende die Karkasse, also die Knochen und ein paar Fleischstückchen, die man ohne groß zu fummeln nicht von Knochen abschneiden kann, übrig. Also wird wohl bei `Hühnerklein´ Hühnerkarkasse im Päckchen sein. Wäre ja in Ordnung für eine Suppe. 🤔 Naja, mal sehen.

Beim Aufreißen dann des Rätsels Lösung und ein Entsetzen gleichermaßen. Leider habe ich kein Foto gemacht.
In der Packung befanden sich 3 Klumpen. Zwei der Klumpen bestanden aus Knochen mit etwas Fleisch. Ich konnte nicht definieren um welches Teil eines (hoffentlich) Hähnchens es sich bei diesen Teilen handelt. Irgendwie Rücken, so viel war klar, aber so klein und so verformt??? Der dritte Klumpen ein kinderfaustgroßes Stück Fett. Ich habe bisher noch kein Hähnchen zu Gesicht bekommen, dass so viel Fett – und noch dazu in dieser Form – hat. Hm…

Ich habe die drei Brocken in den Schnellkochtopf getan und mit Zwiebel, Salz und Gewürzen 20 Minuten gekocht.
Nach dem Abkühlen über Nacht konnte ich die 110 g Fett mit einer Gabel von der Brühe abheben. Das werde ich zum Eierbraten oder für Bratkartoffeln verwenden. Eingekocht wird es nicht ranzig.


Das Fleisch war nach 20 Minuten kochen gar. Es waren dann doch immerhin doch 230 g, war aber so kleinfitzelig, dass man es wirklich nur an die Suppe geben konnte.

Die Knochen und die Brühe habe ich dann weitere ~1 1/2 Stunden gekocht. (wobei ich nach 1 1/4 Stunden schon den Herd abgeschaltet hatte, im die Restwärme des Herdes zu nutzen) Das ergab 800 ml passable Brühe.

120 g Knochen habe ich dann abgesiebt und entsorgt.
Die zwei fleischhaltigen Brocken ließen sich anhand der Knochen übrigens als Schulterstücke identifizieren.

Fazit: Ich werde so etwas nicht wieder kaufen. Meiner Meinung nach ist das zusammengekehrter Abfall, der doch immerhin noch für fast 2 €/kg verkauft wird. Man muss unverhältnismäßig viel Energie und Arbeitszeit hineinstecken, um überhaupt etwas Brauchbares heraus zu bekommen. Da ist am falschen Ende gespart.
Für mich ist wieder mal bestätigt, dass man mit einem ganzen Huhn, welches man selbst zerlegt und für mehrere verschiedene Gerichte komplett verwertet, mehr spart, als mit diesem „Hühnerklein“.

2 Kommentare

  1. Julian

    Schöner Test und immer wieder beeindruckend wie Du alles verwertest.
    Du schreibst. „Ich habe bisher noch kein Hähnchen zu Gesicht bekommen, dass so viel Fett – und noch dazu in dieser Form – hat. Hm…“
    Es kann gut sein, dass das kein Hähnchen war, sondern ein Stück einer abgehalfterten Legehenne. Die werden kräftig gefüttert, damit sie gut legen, Ein Teil der Kalorien geht dann doch in den Bürzel. Ich mag Geflügel nicht so, weil da die Massentierhaltung am stärksten industrialisiert ist. Gut von dem kleinen Biohof, den ich kenne und von dem ich Eier beziehe, würde ich auch ein Suppenhuhn nehmen, aber im Supermarkt nicht einmal dann wenn Bio draufsteht. Allerdings treibt das natürlich die Kosten. Da ich für andere Dinge eher wenig ausgebe, stört mich das nicht, wenn mich eine gute Mahlzeit dann einen Fünfer kostet.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Julian,
      danke für deine Meinung.
      Wie du ja gelesen hast, bin ich ein neugieriger Mensch und „muss“ manches einfach mal ausprobieren. Dieses „Hühnerklein“ geht auch über meine Grenze – was die Haltungsform und was die Qualität anbelangt. Es gibt aber eben auch Menschen, die darauf angewiesen sind, sehr günstige Produkte zu kaufen und gerade für diese Menschen ist vielleicht so ein Test hilfreich? Ich weiß es nicht.
      Wenn in Foren nach preisgünstigen Rezepten gefragt wird, kommen immer wieder die gleichen Vorschläge: Nudeln mit Sahnesoße, Milchreis, Pfannkuchen… Ja, ist alles richtig, sind günstige Rezepte, es gibt aber noch viel mehr, was man mit kleinem Geldbeutel kochen kann, auch wenn man dann eben bei z.B. der Tierhaltungsform Abstriche machen muss. Wenn immer nur die gleichen Vorschläge zu preiswerten Gerichten kommen, entsteht schnell der Eindruck, dass alles andere teuer ist und man deswegen zu Fertigprodukten greift, die oft weder gesund, noch kostengünstig sind.
      Wer ein höheres Einkommen hat, kann die Rezepte ebenso verwenden, verwendet dann eben Fleisch von Metzger und Gemüse vom Biomarkt.
      Für mich war es ein Test, für andere leider Notwendigkeit.
      Der Bauernladen, bei dem ich Eier aus wirklicher Freilandhaltung kaufe, verkauft auch ab und an eine seiner Legehennen. Das sind dann gute Suppenhühner, denen man anmerkt, dass sie gelaufen sind. Ein Tier für 7 Euro ist nicht der Wahnsinn, aber für manchen zu viel.
      Vielleicht kannst du es mal aus dem Blickwinkel sehen. 😉
      Liebe Grüße, Sibylle

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