Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY

Wenn Kosten unnötig in der Höhe getrieben werden, …

kann man das verärgert hinnehmen, oder man muss sich etwas einfallen lassen.

Vor einem Jahr mussten wir den großen Drucker austauschen. Es war bei der Anschaffung ein gebrauchtes, aber geprüftes Gerät.

Irgendwann fing er an zu mucken.

Für die erste Reparatur hatten wir einen Techniker da, der eine Walze zum Preis eines kompletten Walzensatzes austauschen wollte. Gibt es nicht anders zu kaufen, meinet er.
Ok, viele Büros geben sich mit der Antwort zufrieden und sind froh, wenn das Teil wieder funktioniert und sich nicht weiter drum kümmern müssen.

Wir baten um Bedenkzeit, bezahlten den Techniker für seine Diagnose und An- und Abfahrt und recherchierten im Internet.

Die Walzen gibt es doch einzeln! und sie sind wie Schubladen ein und auszubauen. Völlig unkompliziert. Bestellt, ausgetauscht läuft.
Ersparnis ~300 Euro.

Nicht viel später kam der nächste Fehler. Es wären einige hundert Euro für die Instandsetzung gewesen. Insgesamt hätten die Kosten für die Reparaturen den damaligen Kaufpreis überstiegen. Wirtschaftlich wäre das nicht gewesen. Leider. Um zuverlässig arbeiten zu können, war der Austausch notwendig.

Ein identischer Drucker kostet neu mit zwei zusätzlichen Papierfächer unten drunter mal eben 3000€. Ein stolzes Sümmchen, aber wir waren prinzipiell mit dem Gerät zufrieden, weswegen es wieder so einer sein sollte.

Kann man den Preis irgendwie drücken?

Ja, kann man.
Der Drucker ist auf die zusätzlichen Papierschubladen nur draufgestellt und eingeklinkt.
Was einem keiner sagt: Die passen auch zu dem neuen Gerät. 😉😊 Spart ~700€.

Die vier Tonerkassetten kosten pro Stück ca. 80 Euro. Sie sind mit den alten baugleich, aber man kann sie nicht weiter verwenden, weil die neuen Kassetten einen Chip haben.

Das hätte man jetzt so hinnehmen können, aber kampfloch aufgeben??? 🤔 Nicht so mein Ding.

Mir war es zu schade, sie wegzuwerfen, denn schließlich waren sie noch fast voll.

Wir haben die neuen Kassetten eine Weile laufen lassen, die alten aber aufgehoben.
Als der Füllstand der neuen Kassetten ca. zu Hälfte aufgebraucht war, habe ich die alten Kassetten nach und nach aufgesägt, und den Inhalt in die neuen Kassetten umgefüllt.

mit der Eisensäge vorsichtig aufgesägt und zugesehen, dass keine Späne in den Toner gelangen
Aus einer Rouladennadel habe ich mir ein Werkzeug gebaut…
… und damit ein Loch in die neue Kassette geschmolzen.
Ich wollte nicht bohren, damit keine Plastikkrümel in das Tonerpulver fallen
Mit einem selbstgebauten Papiertrichter habe ich nun das Farbpulver umgefüllt und das Loch mit Klebestreifen verschlossen

Mit den aufgefüllten Kassetten hat der Drucker fast ein Jahr gedruckt. Dann erst kam immer wieder eine Fehlermeldung, dass keine Originalkassette im Gerät ist. Der Chip hatte wohl seine Arbeit getan und dem Drucker gemeldet, dass er zu lange mit einer Tonerkassette druckt. Ich schreibe jetzt nicht dazu, was ich dazu denke. 🙄, denn leer waren die Kassetten immer noch nicht.
Nun gut. Den Rest haben wir dann mit entsorgt. Der Hersteller nimmt die Kassetten zurück.

Alles in allem haben wir so fast 1000 € gespart. Betriebskosten, die auch erst einmal erarbeitet werden wollen…

Es ist eben wichtig immer selbst mitzudenken. 😉😁

5 Kommentare

  1. Queen All

    Für kleinere Druckerpatronen hatten wir bei meinem früheren Arbeitgeber ein Gerät zum Zurücksetzen des Chips. Damit konnten wir die Patronen dann tatsächlich leer drucken. Ich weiß allerdings weder, wo solche Geräte zu haben sind, noch ob sie legal sind (von den Druckerherstellern sicher gehasst).

    • miteigenenhaenden

      Hallo Queen All,
      die Chip-Resetter kenne ich. Damit haben wir früher auch gebastelt. Manchmal hat es funktioniert, manchmal nicht. Irgendwann habe ich es dann mal aufgegeben. Ich glaube die Hersteller haben da auch nachgerüstet. Natürlich ist denen das ein Dorn im Auge.
      Liebe Grüße, Sibylle

  2. Gabi

    WOW! Das ist ja eine geniale Aktion. Das hätte ich mich im Leben nicht getraut (habe aber auch keine Ahnung davon).

    Gleichzeitig: Das ist ja wirklich ein unglaubliches Beispiel für geplante Obsoleszenz. Was für ein Aufwand betreiben solche Hersteller eigentlich, um Drucker vorzeit kaputt zu bekommen. Da fehlen mir echt die Worte. Und was für eine Energieverschwendung so etwas ist.

    Ich hoffe, dein Arbeitgeber weiß dein Engagement auch zu schätzen.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Gabi,
      ich in da schmerzlos. Wenn ein Gerät eh „kaputt“ ist, kann ich nicht viel verkehrt machen. So habe ich auch schon den Wäschetrockner, die Waschmaschine und die Küchenmaschine repariert. Viele Ersatzteile gibt es im Internet. Oft sind es Kleinigkeiten, wie ein Plastik!-Zahnrad bei der Küchenmaschine, das abgenutzt ist und mit wenigen Handgriffen ausgetauscht werden kann. Es Schelm, der Böses dabei denkt.

      PS: Mit dem „Arbeitgeber“ wohne ich seit Jahrzehnten unter einem Dach 😉 und mit dem eingesparten Geld bin ich mit ihm in den Urlaub gefahren. 😊
      Liebe Grüße, Sibylle

    • Julia

      Liebe Gabi,

      dem stimme ich voll zu. Wahnsinn, was sich Hersteller einfallen lassen. Und nachhaltig ist das ganze überhaupt nicht.

      Grüße
      Julia

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