Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY

Nur alle 4 Wochen einkaufen. Wie geht das?

Da ich zu dem Thema schon zig Fragen bekommen habe, schreibe ich jetzt mal einen Blogbeitrag dazu und unterteile diesen in


  • Das „Warum“
  • meine Vorratshaltung
  • Essens- und Einkaufsplanung

Das „Warum“

Ich kaufe nach Möglichkeit nur alle 4 Wochen ein. Das heißt, ich bemühe mich darum. Die 4 Wochen sind ein Zirkawert. Es kann sein, dass ich erst nach 5 Wochen etwas brauche, es kann aber auch sein, dass ich zwischendurch mal los muss. So auf den Tag genau sind die 4 Wochen nicht gemeint.

Ich hasse Einkaufen! Das ist wohl meine Hauptmotivation.

Selten Einkaufen spart außerdem Zeit und Geld. Der nächste Laden ist 5 Kilometer von hier entfernt. Somit brauche ich für die schweren Sachen ein Vehikel.
Kleinere Einkäufe kann ich mit dem Fahrrad erledigen. Das lohnt sich aber nur, wenn ich wirklich zwischendurch etwas benötige, das mir ausgegangen ist, oder was ich vergessen habe, denn mein Drahtesel ist kein Lastenrad und ich fahre mit reiner Muskelkraft durch das hügelige Kraichgau.
Für die Monatseinkäufe bewege ich dann doch das Auto, was ich aber aus verschiedenen Gründen lieber vermeide.

meine Vorratshaltung

oder: „Wie machst du das mit den frischen Sachen?


Furniture Shelf Shelving Wood Retail

Ja, ich habe Glück: Wir haben einen Garten, den wir nicht nur zum Rasenmähen nutzen, sondern auch für den Anbau von Obst, Gemüse, Kräutern und Beeren. Da ich schaue, dass ich die Ernte auch konserviere, einfriere, lagere etc. , haben wir das ganze Jahr über etwas von der Ernte.
ABER: „Du hast ja einen Garten!“, hört sich immer so romantisch an.
Ja, es ist schön einen Garten zu haben. Es ist aber auch Arbeit, die Romantiker ausblenden. Irgendwie muss das Gemüse bezahlt werden – im Supermarkt mit Euro, im Garten mit Muskelkraft.
Nein, ich beschwere mich nicht! Ich mache diese Arbeit gern, weil sie mich weniger Kraft kostet, als die Arbeit bei (m)einem Arbeitgeber.
🙂


Frische Sachen, die ich kaufen muss, plane ich im Essenplan so ein, dass ich sie in den Tagen nach dem Einkaufen verbrauche oder entsprechend vorbereite, dass sie nicht verderben. Außerdem koche ich möglichst saisonal, was die Lagerhaltung um einiges erleichtert.

–> Milch

Leider ist nach nur ein paar Monaten meine „Milchquelle“ hier im Dorf versiegt, weswegen ich nur doch wieder für die Vorratshaltung auf Tütenmilch umsteigen musste. Das ärgert mich sehr, aber ich kann das nicht ändern. Frische Milch bringe ich mit, wenn ich einkaufen gehe und frische Rohmilch kann ich kaufen, wenn ich ins übernächste Dorf zum Yoga fahre. Frische Milch schmeckt einfach besser!

–> Milchprodukte

Joghurt und Frischkäse mache ich selbst. Nun eben wieder aus Tütenmilch.
Quark und Schmand halten sich gefühlt ewig auf jeden Fall aber diese 4 Wochen.
Sahne brauche ich selten. Schmand kann man übrigens auch durch abgetropften Joghurt ersetzen.
Käse hält sich ewig, wenn man ihn richtig lagert.

–> Eier

Halten sich länger als drauf steht. Das Haltbarkeitsdatum ist ein Mindestbarkeitsdatum. Ich habe noch kein Ei gehabt, das ein paar Tage nach dem Datum schlecht war. Ich kühle die Eier allerdings schon direkt nach dem Kauf, nicht erst ab dem Datum das auf der Packung steht.

Greenpeace hat zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) übrigens einen Langzeittest gemacht: Eier waren demnach noch 112 Tage nach dem Einkauf noch zu gebrauchen (vorsichtshalber aber dann durchgegart, also zum Kuchenbacken zum Beispiel)

–> Obst/Gemüse

Wir haben einen Garten aus dem wir uns teilweise selbst versorgen können. Zur Haupterntezeit im Sommer und Herbst greifen wir hauptsächlich auf das zurück, was es zu ernten gibt.
Außerdem bemühe ich mich so viel als geht einzulagern, einzufrieren, einzukochen und zu trocknen, damit wir auch außerhalb der Erntezeit darauf zurückgreifen können.
Beeren gibt es bei uns das ganze Jahr über. Vollreif gepflückt und eingefroren für die Zeit, wo wir nicht frisch ernten können.
Äpfel, Zwiebeln, Knoblauch, Lagergemüse (z.B. Kürbis) usw. lagere ich im Kellerlichtschacht ein. Hier halten sich auch frische (gekaufte) Pilze, Tomaten, Paprika usw. sehr gut.

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Lauch, Möhren, Grünkohl, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Chinakohl, manche Kräuter usw. ernte ich auch im Winter direkt aus dem Garten.

–> Salate

Da ich möglichst saisonal koche, gibt es Wintersalate (teilweise frisch aus dem Garten) …

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Bild aus November 2018

und Salate und Rohkost aus Möhren, Äpfeln, Nüssen, Chinakohl, Weißkohl, Roter Bete usw.
Im Sommer Sommersalate aus dem Garten, sofern mir die Schnecken 😠 etwas übrig lassen.

–> Kräuter

Kräuter kaufe ich gar keine. Entweder es gibt welche im Garten, oder ich habe einen Vorrat getrocknet oder eingefroren. Einige Wildkräuter (z.B. Vogelmiere und Löwenzahn) gibt es auch im Winter frisch zum Ernten. Für einen Kräuterquark oder ein Salatdressing findet sich immer etwas Frisches – es sei denn, es liegt Schnee drauf, was bei uns aber eher selten ist.

–> Fleisch

Fleisch kaufe ich immer weniger. Früher gab es bei uns jeden Tag ein Gericht mit Fleisch. Ich kannte es so und ich hatte auch keine Idee, was ich sonst hätte kochen können – außer Eierkuchen und Reisbrei. Inzwischen kenne ich doch einige schmackhafte Gerichte ohne Fleisch.
Wenn ich Fleisch kaufe, weiß ich genau, was ich wann daraus kochen will. Somit kann ich es portionieren und vorbereitet einfrieren. Schmorfleischgerichte koche ich gern auf Vorrat ein. Somit stellt sich die Frage der Vorratshaltung von Fleisch geklärt.

—> Wurst

Frische Wurst kaufe ich nur, wenn Besuch kommt. Eine Salami hängt so gut wie immer im Keller. Bei Bedarf schneide ich davon ein Stück runter.

Ich habe das Glück einen Vorratsraum zu haben. Außerdem kann ich, wie oben schon geschrieben, Kellerlichtschächte zur Lagerung nutzen.

Um eine Bevorratung mit vernünftigen Mengen an Lebensmitteln und Trinkwasser zu haben, halte ich mich an die Empfehlungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die haben einen recht brauchbaren Vorratskalkulator. Diese Empfehlungen sind mein Grundstock. Die Ernte aus dem Garten und Gesammeltes aus der Natur (Pilze, Heil- und Würzkräuter usw.) sind da mit eingerechnet bzw. kommen dazu.

Essens- und Einkaufsplanung

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Wenn zwischen den Einkäufen etwas zur Neige geht (Zucker, Zahnpasta,…) schreibe ich es in „mein Buch“ . Das kommt dann auf die Einkaufsliste.


Die wichtigste Grundlage der Einkaufplanung ist aber meine Essensplanung. Die mache ich seit 2005 mit Excel am Computer.
In der Tabelle der Essensplanung markiere ich die Zutaten ich nicht im Haus habe (in rot), also alles was ich einkaufen muss.

Danach stelle ich mir meine Einkaufsliste zusammen. Da ich die ganze Planung am Computer mache, brauch ich nur rauskopieren und hin und her schieben und erhalte so die

Einkaufsliste für einen Monat

Eigentlich doch ganz einfach. 😊
Habe ich alle Fragen beantworten können, oder habe ich etwas vergessen?

2 Kommentare

  1. Birthes Gartenzeit

    Super ! Ich finde Dein Konzept prima, auch wenn ich mir das für uns kaum vorstellen kann. Wir haben alle möglichen Märkte in 500 mtr. Entfernung, das ist einfach zu verlockend und wir sind dadurch sehr flexibel – auch wenn wir nicht viel einkaufen, aber doch immer wieder mal das eine oder andere Teil…
    Ich versuche zwar, wenigstens eine wöchentliche Essensplanung zu machen, aber selten wird sich wirklich daran gehalten…
    Auf jeden Fall werde ich mir Deine Pläne als Vorbild in Erinnerung halten – ich finde es einfach toll !
    Herzliche Grüße und einen schönen Tag, Birthe

    • miteigenenhaenden

      Hallo Birthe,

      ja, so ein Supermarkt gleich nebenan verleitet schon. Flexibel ist man da auf jeden Fall.
      Einen Plan für den Tag/die Woche/den Monat/das Jahr zu haben, bringt mir Struktur und auch Ruhe. Natürlich sind die Pläne – je nach zeitlichem Anstand – genauer oder ungenauer. Der Jahresplan ist dann eher eine Zielliste für das Jahr mit der ungefähren Vorstellung, wann ich etwas machen könnte. Meine Tagespläne hingegen sind dann schon recht genau.
      Ist halt jeder anders.😉
      Schön, dass dir der Artikel zumindest in Erinnerung bleibt.
      Liebe Grüße, Sibylle

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