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Kosten sparen

Teil 1: Sparen beim Lebensmitteleinkauf

Den Kopf in den Sand stecken oder Augen zu und durch, oder nach staatlicher Unterstützung schreien, ist nicht so mein Ding. Also überlege ich doch, wie ich mir selbst helfen kann.

Die Inflation lag im März 2022 bei ~7,3%. Für Lebensmittel rechnet das ifo-Institut in diesem Jahr mit einer Preissteigerung von ~7% gegenüber dem Vorjahr (Das war vor dem Russland-Ukraine-Krieg.) Es gibt viele Gründe, warum das so ist und warum man die Preissteigerungen so erwartet, aber darum soll es mir hier in diesem Beitrag gar nicht gehen.

Ich möchte versuchen aufzuzeigen, wie ich persönlich damit umgehe. Dabei geht es nicht darum möglichst billig einzukaufen, denn billig ist nicht unbedingt preiswert. Qualität sollte gerecht bezahlt werden, aber ich bin nicht bereit, für billiges Essen (unnötig) viel zu zahlen.
Einige der Tipps liest man überall, andere vielleicht etwas weniger.


Meine Tipps:

  • Inventur machen, also in den Schränken, im Kühlschrank und im Tiefkühlschrank nachsehen, was noch vorhanden ist. Am besten ist, man schreibt sich das auf einen Zettel.
    Auch auf den Zettel kommt, was nachgefüllt werden muss. (Waschmittel, Zahnpasta, Gewürze … Ihr wisst schon. 😉 )
  • Wochenprospekte studieren
  • Essenplan machen und dabei überlegen, was man von den noch vorhandenen Sachen (siehe erster Punkt) mit verbraucht werden kann, ehe es schlecht wird. Auch die Angebote der Woche kann man in die Planung einbeziehen.
  • Von Grund auf kochen, also ohne Zaubertütchen, schnelle Döschen und hoch verarbeitete Lebensmittel.
  • Einkaufszettel schreiben. Der Einkaufszettel richte sich nach dem Essenplan und nach dem Inventurzettel. Auch „Leckerli“ mit einer ungefähren Mengenangabe sollten auf die Liste. Das verhindert Spontankäufe.
  • Nicht hungrig einkaufen gehen, weil man sonst verleitet wird zu viel zu kaufen und zu viel „Beifang“ mitzunehmen.
  • Manche Läden haben Zeiten, wo sie verbilligte Lebensmittel anbieten, weil sie kurz vor dem Verfallsdatum sind. Nicht alles davon ist schlecht – muss man halt genau inspizieren. Solche Angebote wirklich nur kaufen, wenn man genau weiß wofür man sie verwenden will – nicht weil sie gerade billiger sind.
  • Auf den Kilopreis achten. Auch wenn es immer und immer zu lesen ist: Nicht jede Großpackung ist günstiger als eine kleine Packung des selben Produkts.
  • Nicht in Eile einkaufen, sondern Zeit einplanen, um Preise und Inhaltsstoffe vergleichen zu können.
  • Sonderangebote nur kaufen, wenn man genau weiß wofür man sie verwenden will. Lasst euch nicht verleiten. Was später weggeworfen wird, ist teuer gekauft.
  • Wenn es möglich ist, kauft allein ein. Je mehr Leute um einen rumwuseln, desto mehr ist man abgelenkt und desto mehr „tolle Sachen, die man unbedingt braucht“ werden entdeckt.
  • Sich an den Einkaufszettel halten.
  • Sonderaufsteller im Laden umschiffen, oder diese Angebote genau! prüfen. Manchmal sind die Produkte nur anders verpackt, das Original im normalen Regal hat aber einen günstigeren Kilopreis.
  • Einen vernünftigen! Vorrat anlegen. Das dient nicht nur zur persönlichen Notfallversorgung, sondern verhindert auch, dass man für jede Kleinigkeit zu Laden rennen/fahren muss. Das spart Zeit, Fahrtkosten und Beifang.
  • Werbeversprechen überprüfen/überdenken. Ist zum Beispiel eine Gelinggarantie wirklich etwas wert? Muss es wirklich das Markenprodukt sein, oder tut es auch ein anderes? Oder geht es ganz ohne Industrieprodukt?
    Vielleicht interessant die ZDF-Dokumentation „Der große Dr. O..tker-Report“ (zum Thema Gelinggarantie -> Minuten 14 bis 18).

regionale Händler prüfen/nutzen

  • Örtliche Anbieter prüfen. Ich habe zum Beispiel hier im Ort einen Bauern, bei dem ich günstig Kartoffeln kaufen kann. Die Qualität ist sehr viel besser als im Supermarkt. (Leider hat der seinen Milchverkauf nach kurzer Zeit wieder eingestellt. 😕)
  • Bonusprogramme prüfen/nutzen. Dort, wo ich das Gas für meinen Wassersprudler kaufe, gibt es eine Sammelkarte. 10 Flaschen kaufen, die 11. Flasche gratis bekommen. Eine Flaschenfüllung kostet dabei nicht mehr als bei der Konkurrenz. Diese Karten sind analog und anonym. (Bei der letzten Sammelkarte waren es noch 7 Flaschen kaufen, dann eine gratis bekommen…)

Hier ist abzuwägen:

  • Viel gepriesen wird der Einkauf auf dem Wochenmarkt, weil man dort alle viel frischer und billiger bekommt. Auch da sollte man genau hinschauen. Auf unserem Markt gibt es im Winter auch Paprika, frische Tomaten und Bananen. Die sind weder regional hergestellt, noch günstig.
    Wenn man dort gutes saisonales Obst und Gemüse bekommt, das sein Geld wert ist, ist das super!
  • Wovon ich persönlich recht wenig halte, sind Kupons. Die damit umworbenen Produkte sind Markenprodukte, die ich eh nie kaufe, weil sie unnötig teuer sind. (Die Werbung für diese Produkte zahlt der Endverbraucher. Das sollte man sich bewusst machen.)
  • Die Apps der Supermärkte sind Geschmackssache. Ich habe keine, weil ich nicht will, das Supermarkt XY mein Kaufverhalten analysiert und meine Daten verkauft. Auch auf mich zugeschnittene Werbung will ich nicht.
    Den Umgang mit diesen Apps muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Was habt ihr für Strategien, um das Lebensmittelbudget nicht all zu sehr zu sprengen? Oder habt ihr gar keine und es ist euch völlig egal, was der Einkauf kostet?

6 Kommentare

  1. Chris

    Ich bestelle ca. zwei Mal im Jahr im Bio-Großhandel. Da ich weiß, welche Mengen wir an Datteln, Müsli, Olivenöl, Butterreinfett und ein paar anderen Sachen verbrauchen, lohnt sich dieser Einkauf. Die Ware ist in besserer Qualität als im Bioladen, die Palette wird bis Bordsteinkante gebracht und abgepackt haben wir sie in zehn Minuten. Sehr angenehm – man muß da eben kalkulieren, wie der eigene Verbrauch ist – bei uns passt das gut. Ich nehme dann die mittleren oder Großgebinde, d.h. bei den Datteln 6 x Kilopack und beim Olivenöl im fünf Liter Kanister und fülle das zu gegebener Zeit um. Ich fühle mich damit wohl, weil ich weiß, ich habe immer einen Grundvorrat daheim.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Christiane,
      danke für deinen Kommentar.

      Wenn du solch große Mengen bestellst, musst du auch den entsprechenden Lagerraum haben. Ich glaube, ich wüsste gar nicht, wo ich eine Palette Lebensmittel unterbringen sollte. 🤔
      Schön, wenn du dich mit dieser Lagerhaltung gut fühlst. Dann wird das richtig für dich und deine Lebensumstände sein, zumal du das ja scheinbar schon länger so machst.

      Liebe Grüße, Sibylle

      • Chris

        Die Ware kommt eben immer auf einer oder einer halben Palette, die wir auch behalten (sehr praktisch als Unterlage für das Brennholz). Die Sachen lagere ich ganz normal im Keller in Regalen, so wie unseren anderen Vorrat auch. Ist immer noch mein Lieblingsspruch: der beste Rat ist der Vorrat.

        • miteigenenhaenden

          Das gefällt mir: „Der beste Rat ist der Vorrat.“ 👍🏽

  2. Elisabeth Langer

    Ich kaufe meine Lebensmittel mittlerweile ausschließlich in einem Footprint Geschäft. Das Angebot dort ist reichhaltigst, die Ware immer gut. Alles was ich an Lebensmitteln brauche finde ich da. Ich richte mich mit dem Kochplan nach dem jeweiligen Angebot und betreibe auch Vorratshaltung. Das erleichtert alles sehr. Bei Hartware achte ich auf Angebote, bzw. brauch fast nix und das was ich brauch finde ich im Secondhandladen.

    • miteigenenhaenden

      Hallo Elisabeth,
      danke für deinen Kommentar!
      Das Wort „Footpint“ musste ich erst mal nachschlagen 😄 Ja, natürlich von „Fußabdruck“ habe ich schon gehört, aber wie muss ich mir ein Footprint Geschäft vorstellen? Ist es ein Unverpackt-Laden, ein Bioladen mit regionalen Produkten, oder was steckt dahinter? Könntest du uns davon etwas schreiben?

      Im Secondhandladen kaufe ich am liebsten meine Jeans. (Meine Größe wird dort gern abgegeben 😊) Allerdings muss ich dafür extra 35 Kilometer fahren, denn in der näheren Umgebung gibt es so einen Laden nicht.
      Eine gute Möglichkeit ein paar Euro zu sparen ist auch, bei Retourenläden im Internet zu schauen. Dort gibt es neuwertige Produkte, die vom Onlinehandel zurück gekommen sind. Wenn man etwas braucht, kann man ja auch dort schauen, ob gerade etwas passendes im Angebot ist.

      Liebe Grüße, Sibylle

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