Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY

Mit minimalem Energieeinsatz gekocht:

Bratklößchen aus schwarzen Bohnen, Brokkoli, Kartoffelbrei und Rahmsoße

Zu den Zutaten

Der Kartoffelbrei ist ein Rest vom Vortag, den ich in der Pfanne wieder warmgemacht habe. Der Brokkoli und die Radieschen waren reduziert, aber durchaus brauchbar.
Die Gurke stammt aus dem Garten, das Stück Paprika und etwas Schmand waren noch im Kühlschrank.

Die Bohnen habe ich als getrocknete Bohnen gekauft, weil die viel günstiger sind, als die Bohnen aus der Dose.


Preisunterschied ausgerechnet

Eine Dose schwarze Bohnen kostet 1,35 € und hat ein Abtropfgewicht von 240 g Bohnen. Der Rest ist Wasser, das man zum Brotbacken nehmen könnte.
Der Kilopreis ist also 5,63 €.

Trockene schwarze Bohnen kosten 4 €/kg.
Wenn ich 250 g trockene Bohnen einweiche, erhalte ich 526 g fertig gekochte Bohnen. Das ist das 2,1-fache.

Das heißt, wenn ich ein ganzes Paket Bohnen koche, erhalte ich 2,1 kg fertige Bohnen für 4 €. Das macht einen Kilopreis von 1,90 €.

5,63 €/kg für Dosenbohnen zu 1,90€/kg für selbst gekochte Bohnen

Nein, die Energiekosten für das Kochen fressen den Preisvorteil nicht auf, wenn man clever kocht.


Bohnen mit minimalem Energieeinsatz gekocht:

Die Bohnen weiche ich über Nacht in Wasser mit einer Messerspitze Natron/Backsoda ein.

Am nächsten Tag gieße ich das Einweichwasser ab und erhitze die gleiche Menge Wasser im Wasserkocher. Der Topf mit den Bohnen kommt nun auf den Herd, wiederum eine Messerspitze Natron/Backsoda dazu, das kochende Wasser dazu und Deckel auf den Topf.
Wenn das Wasser im Topf kocht, wird die Hitze vom Herd so weit reduziert, dass das Wasser gerade so kocht. (Bei meinem Herd ist das Stufe 2 von 14.) Diese Temperatur hält man für 10 Minuten. Das heißt, die Bohnen kochen 10 Minuten auf dem Herd.


In der Zwischenzeit bereitet man die Decke und den Backofen (oder eine andere „Kochkiste“) vor.

Nach den 10 Minuten Kochzeit kommt der Topf in seine „Kochkiste“ und bleibt dort für 4 Stunden.
Ja, das ist eine lange Zeit, aber man braucht ja nicht daneben stehen bleiben, sondern kann den Topf völlig gefahrlos sich selbst überlassen.

Nach den 4 Stunden hat mein Topfinhalt noch 84 °C.
Die Bohnen haben die gewünschte Konsistenz, somit kann ich sie weiter zu Bratklößchen verarbeiten.


Bratklößchen aus schwarzen Bohnen – das Rezept

Die Zutaten

Ich verwende alle Zutaten, wie ich sie für Hackfleischbratklößchen auch verwende – außer, dass das Hackfleisch durch die Bohnen ersetzt wird.
Eine genaue Mengenangabe kann ich dazu leider nicht geben. Wer nicht so viel Übung hat, kostet einfach, ob die Rohmasse schmeckt, bevor er sie in die Pfanne gibt. Viel falsch kann man da nicht machen. 😉

Ich verwende

  • ~500 g schwarze Bohnen
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • etwas Knoblauch
  • ~1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
  • ~1/2 TL Selfkörner, gemahlen
  • ~1/4 TL Majoran
  • 1 Pimentkorn, oder 1/2 Msp. Piment, gemahlen
  • Salz, Pfeffer

Die Zubereitung

Die Zutaten vermische ich gründlich, wobei die Bohnen etwas angequetscht werden. (Ich mache das mit der Hand, nicht mit einer Maschine, sonst gibt´s Mus.)

Die Masse gebe ich in kleinen Portionen in eine heiße Pfanne mit Öl. Dort brate ich sie bei mittlerer Hitze von beiden Seiten braun. Dadurch, dass die Bohnen schon sehr dunkel sind, werden die Klößchen sehr dunkelbraun – fast schwarz.


Brokkoli mit minimalem Energieeinsatz gekocht:

Während die Klößchen braten, schneide ich die Brokkoliblüte in kleine Stücke, schäle den Stiel und schneide ihn in dünne Stifte, gebe beides in einen Topf (die Stifte vom Stiel nach unten, die Stücke von der Blüte oben drauf), Salz (und Gemüsebrühe) dazu. Ich erhitze das benötigte Wasser im Wasserkocher und übergieße damit den Brokkoli. Dabei muss das Gemüse nicht schwimmen. Es reicht aus, wenn das Wasser die Hälfte des Brokkolis bedeckt.
Auf den Topf kommt der Deckel und es kommt nur so lange Hitze vom Herd, bis das Wasser im Topf kocht. Dann wird der Herd wieder abgeschaltet. Den Rest macht die Restwärme des Herdes. Es reicht, wenn der Brokkoli gar zieht. Er muss nicht kochen, bis er weich ist.


Die Rahmsoße – das Rezept

Das ist so simpel, dass man kaum von einem Rezept sprechen kann:
Ich gebe alle gegarten Teile vom Brokkolistiel in ein hohes Gefäß, was zum Mixen geeignet ist. Dazu gebe ich etwas! von dem Brokkolikochwasser, etwas Pfeffer und etwas Schmand (oder Frischkäse, oder saure Sahne – was eben da ist) und mixe alles mit einem Stabmixer schaumig.
Fertig ist die Rahmsoße.


Einen Salat hab ich noch dazu gemacht.

Fertig ist das Essen.

Gutes Essen muss nicht teuer sein. Mir hat´s geschmeckt. 😊

2 Kommentare

  1. Thorsten

    Das schreit nach Nachahmung. Wenn ich das hiermit dem Topf im Ofen noch anfange rufen sie hier den Arzt ?! 😉

© 2022 miteigenenhaenden

Theme von Anders NorénHoch ↑

Translate »